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Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig

9783739010724

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Franz Werfel
Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig
Taschenbuch
148 Seiten
Erschienen 2019

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9,43 €

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Die erste größere Erzählung Werfels, erschienen 1920, schildert den Konflikt zwischen den Generationen der Väter und der Söhne als Kampf gegen die patriachalische Weltordnung.

Der Vater ist ein Karriereoffzier der k.u.k. Armee, der über seine schattenhafte Frau und den schüchternen, introvertierte Sohn Karl wie über Rekruten herrscht. Liebe, Achtung und Zuneigung erfährt der Junge nie. Natürlich muß er in die Fußstapfen seines Vaters treten und auch Offizier werden und ist so, zu Hause wie in der Kadettenanstalt, unausgesetzt militärischem Drill unterworfen.

Nach einer Phase liederlichen Lebenswandels in einer fernen Garnison wird er von einer Gruppe Anarchisten angeworben, die die patriarchalischen Weltordnung umstürzen und den Zaren ermorden wollen. Der junge Mann, der in seinem Leben nie Liebe und Vertrauen erfahren hat, ist eine leichte Beute für die Revolutionäre: »Ich hatte Kameraden. Das erstemal im Leben fühlte ich den Stolz der Solidarität.« Endlich scheint er Heimat und Familie gefunden zu haben, endlich fühlt er sich ernst genommen und um seiner selbst willen geschätzt. So erklärt er sich bereit, das Attentat auf den Zar durchzuführen.